Liebe Betroffene, Angehörige, liebe Leser, liebe Interessierte, liebe Organisatoren der Selbsthilfe, lieber Landesverband Niedersachsen, liebe Ehrenamtliche und deren Organisationen in Berlin, liebe Förderer und Unterstützer meiner Gruppe ,liebe Herzensmenschen!

 

Ein unwirklich erscheinendes Jahr 2020 geht zu Ende. Die Corona-Pandemie, meine schwere Krankheit, Tod einer lieben Freundin Jutta und Gruppenmitglied, die Angst wegen Krankheit eines sehr lieben Gruppenmitglieds und Freundes,  dies alles hat unser aller ganzes Leben gründlich durcheinandergewirbelt. Vieles konnte und kann immer noch nicht wie gewohnt stattfinden, hier zu Hause wie auch in unserer Gruppe. Deshalb sind wir nun erst einmal eine geschlossene Gruppe mit regelmäßigen Video-Talk. Kontaktbeschränkungen sind notwendig geworden, also keine Treffen im großen Freundes- oder Familienkreis, stattdessen Home-Office und Hygienekonzepte, Abstandsregeln und Abwarten… Eine schwierige Zeit für uns alle und ganz besonders für diejenigen unter uns, die unter Einsamkeit leiden. Sie sind immer in unseren aller Gedanken dabei, "Einer von uns aus der Gruppe sitzt in Gedanken auf einer Seite der Schulter" und "derjenige der in Not oder einsam ist, hört was einer von uns, alle oder zwei oder drei auf der Schulter sitzend, zu sagen hat." Das haben wir uns alle angeeignet, wissen es und haben darin großes Vertrauen. Dies Vertrauen weiss jeder in der Gruppe zu schätzen. Weil, dies alles kommt von Herzen.


Aber denken wir auch an die schönen Momente in diesem Jahr, die wir erleben durften. Und so feiern wir in vielerlei Hinsicht ein besonderes Weihnachtsfest und besinnen uns noch mehr als sonst auf das, was wirklich zählt, viel Gesundheit, Hoffnung und Zuversicht sowie die Menschen, die uns nahe stehen.
Ich wünsche Ihnen allen frohe Weihnachten und ein wirklich gutes und gesundes neues Jahr 2021 hoffentlich bald ohne Pandemie.


Nun folgt mein Weihnachtsbrief für Dich, für Euch und alle lieben treuen Leser meiner Homepage! Bleiben Sie gesund und tragen Sie bitte die Nasen-Mundschutzmaske, so schützen wir uns und alle anderen! Dankeschön!!!!



Weihnachtsbrief 2020 


Das Vergessen der Dankbarkeit - 

Eines Tages begab sich das Leben auf die Wanderschaft durch die Welt. Es ging und ging, bis es zu einem Menschen kam. Der hatte so geschwollene Glieder, dass er sich kaum rühren konnte.

“Wer bist du?” fragte der Mann.

“Ich bin das Leben.”

“Wenn du das Leben bist, kannst du mich vielleicht gesund machen”, sprach der Kranke.

“Ich will dich heilen”, sagte das Leben, “aber du wirst mich und deine Krankheit bald vergessen.”

“Wie könnte ich euch vergessen!” rief der Mann aus.

“Gut, ich will in sieben Jahren wieder kommen, dann werden wir ja sehen”, meinte das Leben. Und es bestreute den Kranken mit Staub, den es vom Wege genommen hatte. Kaum war das geschehen, war der Mann gesund. Dann zog das Leben weiter und kam zu einem Leprakranken.

“Wer bist du?” fragte der Mann.

“Ich bin das Leben.”

“Das Leben?” sagte der Kranke. “Da könntest du mich ja gesund machen.”

“Das könnte ich”, erwiderte das Leben, “aber du wirst mich und deine Krankheit bald vergessen.”

“Ich vergesse euch bestimmt nicht”, versprach der Kranke.

“Nun, ich will in sieben Jahren wieder kommen, dann werden wir ja sehen”, sprach das Leben. Es bestreute auch diesen Mann mit Staub vom Wege, und der Kranke ward sogleich gesund.

Wieder begab sich das Leben auf die Wanderschaft. Nach vielen Tagen kam es schliesslich zu einem Blinden. 

“Wer bist du?” fragte der Blinde.

“Das Leben.”

“Ach, das Leben!” rief der Blinde erfreut. “Ich bitte dich, gib mir mein Augenlicht wieder!”

“Das will ich tun, aber du wirst mich und deine Blindheit bald vergessen.”

“Ich werde euch bestimmt nicht vergessen”, versprach der Blinde.

“Nun gut, ich will in sieben Jahren wieder kommen, dann werden wir ja sehen”, sagte das Leben, bestreute den Blinden mit Staub vom Wege, und der Mann konnte wieder sehen.

Als sieben Jahre vergangen waren, zog das Leben wieder in die Welt. Es verwandelte sich in einen Blinden und ging zuerst zu dem Menschen, dem es das Augenlicht wieder gegeben hatte.

“Bitte, lass mich bei dir übernachten”, bat das Leben.

“Was fällt dir ein?” schrie der Mann es an. “Scher dich weg! Das fehlte mir gerade noch, dass sich hier jeder Krüppel breit macht.”

“Siehst du”, sagte das Leben, “vor sieben Jahren warst du blind. Damals habe ich dich geheilt. Und du versprachst, deine Blindheit und mich niemals zu vergessen.”


Darauf nahm das Leben ein wenig Staub vom Wege und streute ihn auf die Spur dieses undankbaren Menschen. Von Stund an wurde er wieder blind.

Dann ging das Leben weiter, und es gelangte zu dem Menschen, den es vor sieben Jahren von der Lepra geheilt hatte. Das Leben verwandelte sich in einen Leprakranken und bat um Obdach.

“Pack dich!” schrie der Mann es an. “Du wirst mich noch anstecken!”


“Siehst du”, sagte das Leben, “vor sieben Jahren habe ich dich von der Leprakrankheit geheilt. Damals hast du versprochen, mich und deine Krankheit niemals zu vergessen.” Darauf nahm das Leben ein wenig Staub vom Wege und streute ihn auf die Spur des Mannes. Im selben Moment wurde der Mann wieder von der Leprakrankheit befallen.


Schliesslich verwandelte sich das Leben in einen Menschen, dessen Glieder so geschwollen waren, dass er sich kaum rühren konnte. So besuchte es jenen Mann, den es vor sieben Jahren zuerst geheilt hatte.

“Könnte ich bei dir übernachten?” fragte ihn das Leben.

“Gern, komm nur weiter”, lud der Mann das Leben ein. “Setz dich, du Armer, ich will dir etwas zu essen machen. Ich weiss recht gut, wie dir zumute ist. Einst hatte ich ebensolche geschwollenen Glieder. Gerade ist es sieben Jahre her, als das Leben hier vorüber kam und mich gesund machte. Damals sagte es, dass es nach sieben Jahren wieder kommen wolle. Warte hier, bis es kommt. Vielleicht wird es auch dir helfen.”

“Ich bin das Leben”, sagte das Leben nun. “Du bist der einzige von allen, der weder mich noch seine Krankheit vergessen hat. Deshalb sollst du auch immer gesund bleiben.”

Als es sich dann von dem guten Menschen verabschiedet hatte, sagte es noch: “Ständig wandelt sich das Leben. Oft wird aus Glück Unglück. Not verwandelt sich in Reichtum, und Liebe kann in Hass umschlagen. Kein Mensch sollte das jemals vergessen.”

Frieden auf Erden und das diese Jahrhundert- Pandemie bald beherrschbar ist. 

Afrikanisches Märchen

Das Vergessen der Dankbarkeit - Eine afrikanische Geschichte.

Von Herzen




 

 

 

 

 
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